The Midnight Ramblers

Marktheidenfeld, , 19.06.2010

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 01.07.2010
Stil: Rock′n′Roll, Classic Rock

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Redakteur(e):

Michael Koenig


The Midnight Ramblers,
Marktheidenfeld, Altstadtfest, Bühne Brückenstraße, 19.06.2010

Der kalendarische Sommer hat am Montag den 21. Juni begonnen. Kaum zu glauben, wenn man sich an das wenig sommerliche Wetter am Wochenende davor erinnert. Ungeachtet dessen machten viele Leute das Beste daraus und feierten überall dort, wo es die Wetterbedingungen irgendwie zuließen, was das Zeug hielt. So auch in Marktheidenfeld. Hier ging am Samstag (19. Juni) und Sonntag (20. Juni) nämlich das 21. Altstadtfest der Gastwirte vonstatten. Dort traten am Samstag neben etlichen weiteren Bands auch THE MIDNIGHT RAMBLERS auf. Diese Formation konnte sich mit ihren zahlreichen Shows in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in und um Marktheidenfeld, aber auch überregional, einen Namen in Sachen Rock’n’Roll, Blues und Boogie erspielen. Das sich drehende Personalkarussell bewirkte dann zum Ende dieses Jahrzehnts hin einen musikalischen Kurswechsel. Man wilderte von da an vor allem auch in Classic- und Mainstream-Rock-Gefilden. Dann verschwand die Gruppe 2000 von der Bildfläche. Nach mehrjährigem Abtauchen hob das Kollektiv 2009 mit veränderter bzw. vergrößerter Besetzung und teilweise noch weiter umgekrempeltem Musikangebot die Köpfe wieder aus der Versenkung.

Gegen 21:00 Uhr war es soweit und die Musiker-/innen erklommen bei nicht wirklich sommerlicher, sondern eher herbstlicher, d.h. unbeständiger, kühler, windiger und zeitweise leicht regnerischer Witterung die überdachte Bühne in der Brückenstraße. Die Örtlichkeit war klug gewählt, stand den Zuhörern somit doch eine relativ große Fläche zum Rumtoben zur Verfügung.

Den Kern der aktuellen RAMBLERS bilden Donny Vox (Gesang, Gitarre), Epi Schmidt (Gitarre, Gesang, seines Zeichens Redakteur beim Hooked on Music), Uli Rösch (Keyboards, Akkordeon), Andreas Kraft (Akustikgitarre, Gesang, Tamburin), Thomas Kraft (Bass), Peter Büdel (Schlagzeug, Gesang), die allesamt bereits als Bandmitglieder aus früheren Zeiten bekannt sind und Eva Ludwig (Hintergrundgesang, Gesang, Tamburin), die neu dabei ist. Diese Personen waren es auch, die den Gig hauptsächlich bestritten. Zu gegebener Zeit stießen Almut Rösch (Geige, ebenfalls seit letztem Jahr mit von der Partie) und Peter Voll (Mundharmonika, ebenso ein Bandurgestein und des Öfteren für den Sound zuständig) dazu.
Die Setlist bot neben Rock’n’Roll-Songs von unter anderem THE ROLLING STONES (Saint Of Me, Under My Thumb, Brown Sugar und Sympathy For The Devil) und THE BLACK CROWES (Hard To Handle, Jealous Again), klassische Rocktracks der Marke TOTO (Hold The Line), Bruce Springsteen (Blinded By The Light und For You, bei uns vor allem in den Coverversionen von MANFRED MANN’S EARTHBAND bekannt geworden), Bryan Adams (Summer Of 69), DEEP PURPLE (Burn), FREE (All Right Now), THE WHO (Pinball Wizard, von Elton John unsterblich gemacht, Baba O’Riley), Southern Rock von LYNYRD SKYNYRD (Gimme Three Steps, Sweet Home Alabama [leider in der Kid Rock-Version All Summer Long, wo eben dieser geniale Song mit dem Intro von Warren Zevons Werewolves Of London verwurstet wurde]), progressiven Rock von PINK FLOYD (Another Brick In The Wall), poppigen Rock von THE EAGLES (Heartache Tonight), Hard Rock von AC/DC (Highway To Hell), Pop, Singer-/Songwriter, Blues, Reggae, Country Rock, Folk Rock, Country und Folk.
Die Namensliste der bei dieser Show auf ganz eigene Art und Weise gecoverten Größen des Musikzirkus ließe sich noch erheblich verlängern, was jedoch der Übersichtlichkeit dieses Textes Abbruch täte.
Es groovte wie Hölle, rockte amtlich, wurde aber dann und wann auch zahmer, wie z.B. bei Dust In The Wind, der Hammerballade von KANSAS (natürlich unter Einsatz von Almut Röschs Geige).
Das hier gebotene Programm mit Material aus vier vergangenen Jahrzehnten und der aktuellen Dekade vereinte Unterhaltung und Anspruch in durchaus harmonischer Weise.

Alle Beteiligten taten ihr Bestes, um den Zuhörern bis fast um 01:00 Uhr morgens ein kurzweiliges und erfreuliches Spektakel zu präsentieren. Dass ihnen das mit ihrer spziellen Mixtur aus guter Musik, teils kryptischen Ansagen und Kommentaren (Epi’s Spezialität) und Stimmungsanheizung (inklusive Ausflug von Epi vor die Bühne) prima gelang, zeigten die positiven Reaktionen der so bespaßten, offensichtlich sowohl wegen König Fußball und aufgrund der bereits beschriebenen äußeren Bedingungen doch relativ überschaubaren und distanzierten, aber immerhin quer durch beinahe sämtliche Altersgruppen reichende und zumindest teilweise mitgehenden, Schar.
Die instrumentalen Leistungen waren nicht von schlechten Eltern. Die Soli saßen, der Rhythmus riss mit, die Klangteppiche lagen richtig, die Einsätze stimmten. Dazu gesellte sich dann noch der absolut bemerkenswerte Leitgesang. Epi kam, wie immer, ein wenig schnoddrig rüber. Eva Ludwig, die zumeist im Hintergrund blieb, durfte nur vereinzelt zeigen, was sie als Solistin zu leisten imstande ist. Den Löwenanteil der führenden vokalen Akrobatik bestritt Donny Vox. Dieser setzte seine herrlich raue und urwüchsige Stimme vortrefflich dazu ein, neben Chris Thompson, Ian Gillan und Paul Rodgers viele weitere große Sänger der Rockgeschichte glaubhaft und überzeugend zu verkörpern. Bon Scott bzw. Brian Johnson sind eher weniger sein Fall.

Der von einem externen Fachmann gemischte Sound war leider nicht immer ganz so toll und wirkte in der ersten Hälfte der Vorstellung besonders bei den Satzgesängen undifferenziert bzw. breiig und der Hintergrundgesang von Eva Ludwig war kaum zu hören. Dieser Eindruck entstand zumindest im Bereich vor der Bühne. Im späteren Verlauf des Events wurde der Klang dann jedoch besser.

THE MIDNIGHT RAMBLERS zeigten mit ihrem Auftritt am vorletzten Samstag deutlich, dass mit ihnen künftig wieder verstärkt zu rechnen ist. Zwar haben sie sich inzwischen zu einem guten Teil endgültig vom reinen Rock’n’Roll verabschiedet, machen aber auch in für den einen oder anderen Altfan sicher noch etwas ungewohnten Stilgegenden eine gute Figur. Bei den jüngeren Generationen kam das für sie größtenteils sicher total alte Zeug wohl recht gut an, wie die teils euphorischen Reaktionen offenbarten. Um ihre Zukunft braucht sich die Truppe deshalb wohl kaum ernsthaft zu sorgen.

Michael Koenig, 19.06.2010

 

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