Peter Maffay

MTV Unplugged

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.12.2017
Jahr: 2017
Stil: Deutsch Rock
Spiellänge: 121:54
Produzent: Red Rooster

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Peter Maffay
MTV Unplugged, Sony Music, 2017
 
Peter Maffay Gesang, Gitarre
Bertram Engel Drums, Backing Vocal
Ken Taylor Bass
Pascall Kravetz Flügel, Harmonium, Wurlitzer, Rhodes, Glockenspiel, Gitarre, Backing Vocal
Carl Carlton Gitarre, 12-String, Slide
Peter Keller Gitarre, Baritone Gitarre, 12-String, Backing Vocal
Charlotte Klauser, Linda Teodosiu, Leon Taylor Chor
Gäste der Band:  
Ray Cooper Percussion
JB Meijers 12-String, Dobro, Flügelhorn, Harmonium, Pedal Steel, Gitarre, Posaune, Mandoline, Nylon, Backing Vocal
Frank Mead Saxophone, Mundharmonika, Querflöte, Penny Whistle
Benjamin Herman Saxophone
Jan Van Duikeren Trompete, Flügelhorn
Frédérique Labbow, Niklas Hardt Cello
Florian R. Starflinger Quinton
Gastkünstler:  
Ilse DeLange, Jennifer Weist, Katie Melua, Johannes Oerding, Philipp Poisel, Tony Carey  
Produziert von: Red Rooster Länge: 121 Min 54 Sek Medium: CD
CD 1:  
01. Bring mich nach Haus 08. Du
02. Gelobtes Land 09. Leuchtturm
03. Dein Gesicht 10. Wenn der letzte Regen fällt
04. Schwarze Linien 11. Über sieben Brücken musst du gehen
05. Eiszeit 12. Weil es dich gibt
06. So schön 13. Room with a view
07. Der Mensch auf den du wartest  
CD 2:  
01. So bist du 07. Tiefer
02. Dreams on Fire 08. Halleluja
03. Ich wollte nie erwachsen sein 09. Sonne in der Nacht
04. Medley: Schatten in die Haut tätowiert / Liebe wird verboten 10. Und es war Sommer
05. Ewig 11. Freiheit, die ich meine
06. Wie soll ein Mensch das ertragen  

Früher war da dieses Format hierzulande vielleicht als “zu amerikanisch“ verpönt und schon gar nicht wollte man auf diesen Zug aufspringen, der doch schon bald nach dem Start so ausgelutscht schien. Aber im Herbst ihrer Karriere kommen die Alt-Deutschrocker Udo L., Marius M.-W. und jetzt auch Peter M. anscheinend auf den Geschmack.
Letztere begab sich dafür am 8. Und 9. August dieses Jahres nach Halle (Saale) und lud sich für die beiden Shows im Steintor Varieté jede Menge Gäste ein. Wie man das heutzutage so macht. Das Ganze gibt es dann als Doppel-CD, 3-LP, 2 DVD, Blu-Ray und nochmal als Premium-Box. Also da wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Auch bei den Shows nicht, zu denen man unter anderem den Percussion-Spezialisten Ray Cooper und Tony Carey einfliegen ließ. Ich denke, wir führen uns mal die Doppel-CD zu Gemüte.

Das Programm bietet naturgemäß einen Querschnitt durch Maffays Karriere, ruht sich aber nicht auf den “Greatest Hits“ aus und arrangiert auch gern mal neu. Kein Problem, wenn man so eine erfahrene und eingespielte Band hinter sich hat. Mit Bring mich nach Haus, vom 2000er “X“ Album geht das zwar dynamisch und theatralisch los, aber die Nummer selber ist bestimmt nicht das Lieblingslied des typischen Maffay-Fans. Mit Rap-Gesang und einem eher düsteren Unterton kommt hier eine ganz besondere Stimmung auf. Mit der zweiten Nummer sind wir beim 2014er Album “Wenn das so ist“ und die Nummer <i funktioniert auch hier. Nach dem spannungsvollen Intro, heult das Saxofon auf und das Publikum ist sowieso schon längst am Mitklatschen. Geht gut ab. Dann wird’s eher gediegen, melancholisch, mit Dein Gesicht vom gleichnamigen 77er Album. Ist mir ein bisschen lahm, für die dritte Nummer, aber Schwarze Linien erzeugt dann wieder mehr Spannung. “Das klingt gut“, kommentiert Maffay das rhythmische Klatschen der Fans, aber es könnte auch das differenzierte Spiel seiner Mitstreiter sein. Trotzdem wird es Zeit für einen Hit. Eiszeit erkennt man allerdings erst am Text. Hier tritt der erste Gast an seine Seite: Johannes Oerding. Gut dessen Songs kann jetzt nicht jeder runterleiern, aber der macht eigentlich keinen schlechten Job hier. Und weil es so schön war, bleibt er gleich für So schön auch noch auf der Bühne. Ist ja auch sein eigenes Lied, für das ihm Maffay hier Bühne und seine Beteiligung bietet. Ja, ganz schön…
Der Mensch, auf den du wartest, das ist hier Jennifer Weist. Kennt man als Sängerin von JENNIFER ROSTOCK und dafür, dass sie ziemlich viel Courage hat. Gut, so richtig vom Hocker reißt es nicht, aber es leitet gut in die schunkelnde Western-Seligkeit über, in der Du dann dargeboten wird. Tja, dann darf auch noch Frau Weist ein Lied singen: Leuchtturm ist nicht unbedingt der Fels in der Brandung, aber bringt immerhin wieder Schwung in die langsam etwas schläfrige Veranstaltung.

Immerhin etwas Dramatik kommt anschließend mit Wenn der letzte Regen fällt ins Spiel. Ist auch vom Arrangement her gut gemacht. An Über sieben Brücken… kann man nicht viel verändern, das ist in Stein gemeiselt. Lediglich Johannes Oerding sowie die a-capella Inszenierung bringen andere Farben ein. Die anschließende Euphorie im Publikum kann ich nicht so nachfühlen, aber Live ist halt Live.
Ilse DeLange hat schon mit Zucchero singen dürfen, da kann man schlecht Kritik äußern. Sie fühlt sie zeitweise der Countrymusik zugetan, und tatsächlich schafft sie es,Weil es dich gibtin diese Ecke zu lenken. Also ehrlich? NebenGelobtes LandundSchwarze Linienist der ehemalige RAINBOW-Keyboarder Tony Carey mit seinemRoon with a view für mich das Beste auf der ersten Scheibe dieses Doppelalbums.
Wie sieht’s in der zweiten Halbzeit aus? Ich glaub‘, wenn sich das Publikum nicht ständig zu diesem halblahmen Mitklatschen genötigt sähe, wäre da auch mehr Pep drin. Trotzdem, ich finde, das Lied bringt so viel 70’s-Feeling mit, das kommt auch heute noch gut. Die Band spielt es auch recht würdig. Hat er sich jetzt versungen? Na, sei’s drum.
Katie Melua. Ja, muss man zumindest vom Namen her kennen. Peter Maffay kennt sie, und das reicht aus, damit die Beiden das sehr weihnachtliche Dreams on fire duettieren. Hach ja…, schon ein sehr kleines Flämmchen, auf dem diese Träume köcheln.
Märchenhaft. Da passt – ob’s einem passt oder nicht – die Tabaluga-NummerIch wollte nie erwachsen seinhinterher. Mit dem rhythmischenSchatten in die Haut tätowiertkommt endlich wieder Schwung in die Angelegenheit, zumal mitLiebe wird verbotenauch mal eines der Lieder kommt, die mir den Peter einst sympathisch machten. Hatte damals, soweit ich mich erinnere, etwas mehr “Dreck unter den Nägeln“.
Ja, so richtig will sich der Drive nicht festsetzen.Ewig, Wie soll ein Mensch das ertragen(mit Gast Philipp Poisel),Tiefer alles voller Gefühle, aber auch ziemlich… ruhig. Stille Nacht lässt grüßen.
Man muss es Sänger und Band zu Gute halten, dass sie immerhinUnd es war Sommer recht ansprechend und schmalzarm rüberbringen. AufFreiheit, die ich meinehatte ich mich eigentlich etwas gefreut, aber so wie das dann runtergeleiert wird, ist mir das doch zu platt. Schade.
Letztlich hat dieses Album meine Erwartungen nicht erfüllt. Vielleicht ist das was anderes, wenn man die Bilder dazu sieht – also per DVD oder Blu-Ray - , aber greife ich lieber auf “Wenn das so ist“, das nachfolgende Live-Album oder auch “Tattoos“, von 2010, zurück. Da hat man deutlich mehr Spaß. An Silvester wird im bekannten Programm das Konzert aus Halle im Fernsehen zu sehen sein. Vielleicht straft mich das ja Lügen. Vielleicht. Vielleicht hätten es ein paar Gäste weniger und dafür ein paar flottere Songs mehr auch getan.

Epi Schmidt, 24.12.2017

 

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