Metallica

Rockbuch Verlag

Hit The Lights

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Buch-Review

Reviewdatum: 18.12.2004
Jahr: 2004
Verlag: Rockbuch Verlag

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Redakteur(e):

Martin Schneider


Rockbuch Verlag
Metallica - Hit The Lights - Die Story zu ihren größten Songs, Rockbuch Verlag, 2004
Verfasser: Chris Ingham (und Sandra Eichner)
ISBN: 3-927638-15-3
Umfang: 144 Seiten
Preis: 19,80 Euro

"METALLICA - Hit the lights! - Die Story zu ihren größten Songs" von Chris Ingham erschien erstmals im Jahre 2003 unter dem Titel "Nothing else matters" und liegt nun in einer von Sandra Eichner aktualisierten und erweiterten Neuausgabe vor.

Eine weitere METALLICA-Biographie? Nur zum Teil. Zwar wird die Bandgeschichte dem Leser chronologisch präsentiert, doch das Hauptaugenmerk legten der Herausgeber des britischen Metal Hammer und die Chefredakteurin des deutschen Metal Heart-Magazins (allein verantwortlich für das abschließende "St. Anger"-Kapitel) auf die musikalische und inhaltliche Analyse der einzelnen Songs, die METALLICA von ihrem genialen Debüt "Kill 'em all" bis hin zum aktuellen Rohrkrepierer "St. Anger" aufgenommen haben.
Ein durchaus interessanter Ansatz, mit dem sich die Autoren in den Reigen ähnlicher Veröffentlichungen des Rockbuch-Verlages zu anderen Künstlern, wie NIRVANA, BJÖRK oder den ROLLING STONES, einreihen.

Auf 144 bildlastigen Seiten, die mit einem verhältnismäßig großen Schriftsatz und Zeilenabstand versehen sind, beleuchten die Autoren plakativ den Werdegang und die Entwicklung METALLICAs, ohne dabei tiefschürfend Überraschendes oder Neues ans Tageslicht zu fördern.
Chris Ingham erweckt den Eindruck, METALLICA erst mit dem schwarzen Album in den Neunzigern für sich entdeckt haben und neben diesem Album vor allem "Load" und "Reload" für die alleine selig machende Offenbarung zu halten.
Seine Ausführungen zu den Songs der früheren Veröffentlichungen wirken wie eine Ansammlung wilder Spekulationen und haltloser Mutmaßungen, versehen mit einer herablassenden oberlehrerhaften Haltung gegenüber den bestimmenden Motiven aus den Anfangstagen der Band. Das mag durchaus an den verwendeten Quellen, wie anderen METALLICA-Büchern und Interviews aus den Neunzigern und später liegen, wird aber den Anfangstagen der Band einfach nicht gerecht.
Zugegeben, zwischen Whiplash und The memory remains liegen in intellektueller Hinsicht Welten. Es wäre auch ein Armutszeugnis für einen Künstler, wenn er sich über zwanzig Jahre nicht weiter entwickelt hätte, doch etwas weniger unterschwellige Arroganz gegenüber den frühen METALLICA wäre durchaus angebracht.

Ein weiteres Ärgernis sind die dümmlich naiven Kommentare zu den Fotos, die wohl lustig und auflockernd gemeint sind, aber einem bisweilen das sprichwörtliche Messer in der Tasche aufgehen lassen.
Ganz zu schweigen von einigen haarsträubenden inhaltlichen Fehlern, die spätestens bei einer kompetenten und seriösen Redigierung ins Auge hätten stechen müssen. Kennt jemand zum Beispiel die Band VANDENBURG? Gemeint ist nicht Lou van Burg sondern VANDENBERG, immerhin die Band von Adrian Vandenberg und nicht von Karl Arsch oder Hans Wurst. So was darf einfach nicht passieren!

So ist "Hit the lights" eher ein zwiespältiges Vergnügen. Vielleicht hätte sich Chris Ingham besser auf eine detailierte Analyse von "Metallica", "Load" und "Reload" konzentriert, denn seine Ausführungen zu diesen Alben sind unbestritten interessant und animieren einen, diese selten gehörten Werke mal wieder auszugraben und mit Inghams Ausführungen im Hinterkopf neu für sich zu entdecken. Doch leider wird auch in diesen Kapiteln nur zart an der Oberfläche gekratzt und zu wenig in die Tiefe gegangen.

"Hit the lights" mag die Bedürfnisse von METALLICAs Mainstream-Fans erfüllen. Allen anderen, denen mehr an einer tiefergehenden und auch kritischen Auseinandersetzung mit der Band gelegen ist, kann man an dieser Stelle nur erneut Joel McIvers weitaus seriöseres Referenzwerk "Justice for all" ans Herz legen.

Martin Schneider, 18.12.2004

 

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