Various Artists

John Martyn

Johnny Boy Would Love This - A Tribute To John Martyn


CD-Review

Reviewdatum: 28.09.2011
Jahr: 2011
Stil: Folk, Singer-Songwriter

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Various Artists
Johnny Boy Would Love This - A Tribute To John Martyn, V2/Soulfood, 2011
Produziert von: Various Länge: 133 Min 21 Sek Medium: CD
CD 1:CD 2:
01. David Gray - Let The Good Things Come01. Snow Patrol - May You Never
02. Clarence Fountain & Sam Butler - Glorious Fool02. Beth Orton - Go Down Easy
03. Robert Smith - Small Hours03. Bombay Bicycle Club - Fairytale Lullaby
04. Beck - Stormbringer04. Syd Kitchen - Fine Lines
05. Ted Barnes - Over The Hill05. Vashti Bunyan - Head And Heart
06. The Swell Season - I Don't Wanna Know06. Morcheeba - Run Honey Run
07. The Emperors Of Wyoming - Bless The Weather07. Nicholas Barron - Angeline
08. Lisa Hannigan - Couldn't Love You More08. John Smith - Walk To The Water
09. Vetiver - Go Easy09. Judie Tzuke - Hurt In Your Heart
10. Skye Edwards - Solid Air10. Jim Tullio - Road To Ruin
11. Cheryl Wilson - You Can Discover11. Oh My God - John Wayne
12. Joe Bonamassa - The Easy Blues12. The Blackships - Rope Soul'd
13. Sonia dada - Dancing13. Ultan Conlon - Back To Stay
14. Sabrina Dinan - Certain Surprise14. Brendan Campbell - Anna
15. Paolo Nutini - One World15. Phil Collins - Tearing And Breaking

"Johnny Boy Would Love This". Doch, ja, das kann ich mir durchaus vorstellen. Doch da John Martyn inzwischen verstorben ist (Januar 2009), werden wir nie erfahren, ob er sich geschmeichelt und geehrt gefühlt hätte. Ein feine Geste stellt dieses Tribute-Album dennoch dar. Und eine Fundgrube an kolossalen Songs.

John Martyn, der kauzige Brite, der einst in den ausklingenden Sechzigern als Folk-Barde begann und Zug und Zug seinen Sound und sein Spektrum um vielerlei Facetten erweitertete, wird auf diesem opulenten Tribute-Album (Do-CD) von sage und schreibe 30 Künstlern (meist britischer Provenienz) neu interpretiert. Wobei die jeweiligen Interpretationen zwischen Werktreue und Umdeutung variieren. Einige Künstler bleiben den Martyn'schen Folkwurzeln eher treu. Andere Interpreten trauen sich einen radikalen Schnitt zu und verplanzen die Martyn-Songs in anderes Terrain.

Im besten Wortsinne klingt "Johnny Boy Would Love This" jedenfalls stets hochinteressant, auch wenn nicht alle 30 Titel vollends zünden bzw. der eine oder andere Interpret wie David Gray, Paolo Nutini, Phil Collins oder auch Snow Patrol auf Vorurteile stoßen mögen. Zugegebenermaßen gefällt mir die in den Siebzigern durch Eric Clapton bekannt gemachte Version von May you never richtig, richtig gut. Snow Patrol machen diesen Martyn Song tatsächlich zu ihrem eigenen. Pathetisch, schwülstig, immer ein wenig auf die Stadionfeuerzeuge schielend. Doch bei mir funktioniert es. Einfallsreiche Version.

The Cure's Robert Smith macht aus Small hours ebenfalls seinen ganz persönlich eingefärbten Song. Ganz schön abgefahren, diese Echo beladene Version.
Schön auch, dass man mal wieder was von der wunderbaren Beth Orton hört, die Go down easy relativ unangetastet in seinem Folk-Idiom belässt oder auch von der bezaubernden Judie Tzuke, die Hurt in your heart mit ihrer einzigartigen Stimme veredelt.

So wird sich ein jeder Hörer seine Perlen herauspicken, seinen Vorlieben gemäß für das eine odere Lied mehr schwärmen können, aber als Fan niveauvoller Singer-Songwriter-Musik bzw. Folk with an attitude kaum umhin können, diese 30 Tracks als das zu akzeptieren, was sie letztlich darstellen möchten: Eine liebevolle, feinfühlige und leidenschaftliche Interpretation bekannter und weniger bekannter John Martyn Songs, die es im Grunde alle wert sind, gehört zu werden. Ein gelungenes Tribute-Album.

Frank Ipach, 19.09.2011

 

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